29. Juni 2026
Über das Unfassbare sprechen - Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau
Schulgemeinschaft der Realschule Lichtenau unternahm Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau
Zum sechsten Mal hat sich die Schulgemeinschaft der Realschule Lichtenau auf eine besondere Studienfahrt begeben: Vom 21. bis 26. Juni 2026 reisten 75 Teilnehmende – darunter Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Mitglieder der Schulgemeinschaft – nach Breslau, Oświęcim/Auschwitz und Krakau. Im Mittelpunkt der Fahrt stand die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und die Frage, welche Verantwortung daraus für die Gegenwart erwächst.
Ermöglicht wurde die Reise durch die Förderung des Landes für die Durchführung von Schulfahrten an Gedenkstätten sowie durch die Unterstützung der Bürger- und Energiestiftung Lichtenau, der Sanddorf Stiftung, der Axel Springer Stiftung, des Erzbistums Paderborn und des Fördervereins der Realschule. Begleitet wurde die Fahrt von der „Stätte der Begegnung“ in Vlotho.
Die erste Station der Reise war Breslau, wo die Gruppe nach der Ankunft am Nachmittag Zeit hatte, den Marktplatz zu erkunden, erste Eindrücke von der Stadt zu gewinnen und als Reisegruppe zusammenzufinden. Am nächsten Morgen ging es weiter nach Oświęcim, dem Ort, an dem sich die Teilnehmenden intensiv mit der Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz auseinandersetzten.
Bei Führungen durch das Stammlager Auschwitz und Auschwitz II-Birkenau erfuhren die Teilnehmenden, auf welch menschenunwürdige Weise Gefangene gequält, erniedrigt und entmenschlicht wurden. Tausende Häftlinge wurden unter katastrophalen hygienischen Bedingungen eingesperrt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Besonders eindrücklich war für die Schülerinnen und Schüler die Vorstellung, dass in einer einzigen Baracke etwa fünfhundert Häftlinge untergebracht wurden – das entspricht ungefähr der gesamten Schülerschaft der Realschule Lichtenau.
Auch die sogenannte Rampe, an der viele Menschen nach ihrer Ankunft ohne Registrierung direkt in den Tod geschickt wurden, sowie die Überreste der Krematorien und Verbrennungsgruben hinterließen bei der Gruppe tiefe Eindrücke. Am großen Mahnmal gedachten die Teilnehmenden in einer Schweigeminute der Opfer des Holocausts.
In anschließenden Reflexionsphasen versuchte die Gruppe, das Erlebte in Worte zu fassen. Besonders der Besuch der Gaskammer im Stammlager Auschwitz, einem unmittelbaren Ort des Sterbens, erschütterte viele nachhaltig. In Workshops und Vertiefungsangeboten entstanden anschließend unter anderem Bilder, fiktive Tagebucheinträge und informative Texte zu Themen wie dem Leben von Kindern im Lager sowie zu Opfer- und Täterbiografien. Auch Podcasts wurden genutzt, um historische Zusammenhänge und persönliche Schicksale zu erschließen.
Begleitet wurden diese Angebote sowie die abendlichen Gesprächsrunden von den Teamerinnen und Teamern der „Stätte der Begegnung“, die die Gruppe mit vielen Impulsen unterstützten. Einen weiteren Zugang zur Erinnerung bot eine Ausstellung in Harmeze, in der künstlerische Zeugnisse ehemaliger Häftlinge gezeigt wurden. Die oft düsteren Bilder machten auf eindrückliche Weise sichtbar, wie Überlebende versuchten, das Erlebte zu verarbeiten.
Dass Oświęcim nicht nur mit dem Ort des Grauens verbunden ist, sondern auch eine Kleinstadt mit einer Geschichte des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Religionen war und ist, erfuhren die Teilnehmenden bei einer Stadtführung. Besonders der Besuch der Synagoge machte diesen Aspekt erfahrbar.
Im Anschluss führte die Reise weiter nach Krakau. Dort wurde die Reisegruppe in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe hatte die besondere Gelegenheit, mit einer Zeitzeugin ins Gespräch zu kommen. Die Frauen berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen, von Angst, Leid und Verfolgung, aber auch von Momenten der Hilfe und Menschlichkeit. Diese Begegnungen verliehen dem zuvor Gesehenen ein konkretes Gesicht und beeindruckten die Teilnehmenden nachhaltig.
Neben der Erinnerungsarbeit lernte die Gruppe auch zentrale Orte und Sehenswürdigkeiten Krakaus kennen. Die Stadtführung bot Gelegenheit, Krakau als historisch und kulturell bedeutende Stadt wahrzunehmen und die intensiven Eindrücke der Reise in einem anderen Umfeld weiter zu verarbeiten.
Am Abend trat die Schulgemeinschaft die Heimreise an. Müde, aber voller Eindrücke kehrten die Teilnehmenden zurück – mit einer zentralen Erkenntnis: Die heutige Generation trägt keine persönliche Schuld, aber sie trägt Verantwortung für die Zukunft.
Gerade angesichts aktueller politischer Entwicklungen in Europa wurde deutlich, wie wichtig Erinnerungsarbeit bleibt. Die Fahrt machte erfahrbar, dass Demokratie, Menschenwürde und Freiheit keine Selbstverständlichkeiten sind. Für die Schulgemeinschaft der Realschule Lichtenau steht deshalb fest: Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bleibt ein Auftrag – damit sich eine solche Vergangenheit nicht wiederholt.
Text und Fotos: Sigrid Buttgereit & Christian Ilskens
Ermöglicht wurde die Reise durch die Förderung des Landes für die Durchführung von Schulfahrten an Gedenkstätten sowie durch die Unterstützung der Bürger- und Energiestiftung Lichtenau, der Sanddorf Stiftung, der Axel Springer Stiftung, des Erzbistums Paderborn und des Fördervereins der Realschule. Begleitet wurde die Fahrt von der „Stätte der Begegnung“ in Vlotho.
Die erste Station der Reise war Breslau, wo die Gruppe nach der Ankunft am Nachmittag Zeit hatte, den Marktplatz zu erkunden, erste Eindrücke von der Stadt zu gewinnen und als Reisegruppe zusammenzufinden. Am nächsten Morgen ging es weiter nach Oświęcim, dem Ort, an dem sich die Teilnehmenden intensiv mit der Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz auseinandersetzten.
Bei Führungen durch das Stammlager Auschwitz und Auschwitz II-Birkenau erfuhren die Teilnehmenden, auf welch menschenunwürdige Weise Gefangene gequält, erniedrigt und entmenschlicht wurden. Tausende Häftlinge wurden unter katastrophalen hygienischen Bedingungen eingesperrt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Besonders eindrücklich war für die Schülerinnen und Schüler die Vorstellung, dass in einer einzigen Baracke etwa fünfhundert Häftlinge untergebracht wurden – das entspricht ungefähr der gesamten Schülerschaft der Realschule Lichtenau.
Auch die sogenannte Rampe, an der viele Menschen nach ihrer Ankunft ohne Registrierung direkt in den Tod geschickt wurden, sowie die Überreste der Krematorien und Verbrennungsgruben hinterließen bei der Gruppe tiefe Eindrücke. Am großen Mahnmal gedachten die Teilnehmenden in einer Schweigeminute der Opfer des Holocausts.
In anschließenden Reflexionsphasen versuchte die Gruppe, das Erlebte in Worte zu fassen. Besonders der Besuch der Gaskammer im Stammlager Auschwitz, einem unmittelbaren Ort des Sterbens, erschütterte viele nachhaltig. In Workshops und Vertiefungsangeboten entstanden anschließend unter anderem Bilder, fiktive Tagebucheinträge und informative Texte zu Themen wie dem Leben von Kindern im Lager sowie zu Opfer- und Täterbiografien. Auch Podcasts wurden genutzt, um historische Zusammenhänge und persönliche Schicksale zu erschließen.
Begleitet wurden diese Angebote sowie die abendlichen Gesprächsrunden von den Teamerinnen und Teamern der „Stätte der Begegnung“, die die Gruppe mit vielen Impulsen unterstützten. Einen weiteren Zugang zur Erinnerung bot eine Ausstellung in Harmeze, in der künstlerische Zeugnisse ehemaliger Häftlinge gezeigt wurden. Die oft düsteren Bilder machten auf eindrückliche Weise sichtbar, wie Überlebende versuchten, das Erlebte zu verarbeiten.
Dass Oświęcim nicht nur mit dem Ort des Grauens verbunden ist, sondern auch eine Kleinstadt mit einer Geschichte des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Religionen war und ist, erfuhren die Teilnehmenden bei einer Stadtführung. Besonders der Besuch der Synagoge machte diesen Aspekt erfahrbar.
Im Anschluss führte die Reise weiter nach Krakau. Dort wurde die Reisegruppe in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe hatte die besondere Gelegenheit, mit einer Zeitzeugin ins Gespräch zu kommen. Die Frauen berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen, von Angst, Leid und Verfolgung, aber auch von Momenten der Hilfe und Menschlichkeit. Diese Begegnungen verliehen dem zuvor Gesehenen ein konkretes Gesicht und beeindruckten die Teilnehmenden nachhaltig.
Neben der Erinnerungsarbeit lernte die Gruppe auch zentrale Orte und Sehenswürdigkeiten Krakaus kennen. Die Stadtführung bot Gelegenheit, Krakau als historisch und kulturell bedeutende Stadt wahrzunehmen und die intensiven Eindrücke der Reise in einem anderen Umfeld weiter zu verarbeiten.
Am Abend trat die Schulgemeinschaft die Heimreise an. Müde, aber voller Eindrücke kehrten die Teilnehmenden zurück – mit einer zentralen Erkenntnis: Die heutige Generation trägt keine persönliche Schuld, aber sie trägt Verantwortung für die Zukunft.
Gerade angesichts aktueller politischer Entwicklungen in Europa wurde deutlich, wie wichtig Erinnerungsarbeit bleibt. Die Fahrt machte erfahrbar, dass Demokratie, Menschenwürde und Freiheit keine Selbstverständlichkeiten sind. Für die Schulgemeinschaft der Realschule Lichtenau steht deshalb fest: Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bleibt ein Auftrag – damit sich eine solche Vergangenheit nicht wiederholt.
Text und Fotos: Sigrid Buttgereit & Christian Ilskens