15. November 2025
Die Realschule Lichtenau zeigt Courage – Nie wieder Krieg, nie wieder Gleichgültigkeit!
In Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde am 8. November in Lichtenau auf dem Jüdischen Friedhof der verfolgten jüdischen MitbürgerInnen gedacht.
Der Heimatverein Lichtenau lud ein und verschiedene namhafte PolitikerInnen, VertreterInnen beider Kirchen, interessierte BürgerInnen und die an der Organisation beteiligte Realschule Lichtenau kamen der Einladung interessiert und engagiert nach.
Ute Dülfer dankte zu Beginn ihrer Rede vor allem der Realschule Lichtenau, die sich jedes Jahr neu engagiere, um die Erinnerung wachzuhalten. Ihr Beitrag sei von unschätzbarem Wert. Wenn junge Menschen sich mit der Geschichte auseinandersetzen, werde Geschichte Teil des kollektiven Bewusstseins und sei nicht nur ein Kapitel in einem Geschichtsbuch. Sie forderte: „Lassen Sie uns gemeinsam für ein friedliches Miteinander in Lichtenau und überall arbeiten!“
Ortsvorsteherin Birgit Rebbe-Schulte merkte ebenfalls an, dass die aktive Mitarbeit der Realschule Lichtenau zwar schon langjährige Tradition habe, aber lange nicht selbstverständlich sei. Sie dankte den SchülerInnen der Realschule Lichtenau, außerdem auch namentlich den LehrerInnen Frau Bräcker, Herrn Celik und Frau Buttgereit für ihre Anwesenheit und ihr Engagement. Auch Frau Rebbe-Schulte mahnte in ihrer Rede eine aktive Erinnerungskultur an.
Mit konkreten Lebensereignissen einer jüdischen Zeitzeugin machte Bernd Kruse vom Heimatverein Lichtenau das Schicksal vieler Lichtenauer Juden in der Zeit zwischen 1933 und 1945 nachdrücklich anschaulich. Als Ansprechpartner und Begleitung der Schulfahrt zum Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau ist er mittlerweile ein unschätzbarer Ansprechpartner auch für die Erinnerungskultur an der Realschule geworden.
Auf die konkreten Schicksale der jüdischen BürgerInnen Lichtenaus machten auf einfühlsame Weise auch die Zehntklässlerinnen Johanna, Rebekka, Lotte, Lilly, Gianna und Lea rund um ihre engagierte Lehrerin Karolin Bräcker aufmerksam. Die geschichtsinteressierten Schülerinnen mahnten kritisch, dass man nicht nur an Menschen erinnern müsse. Vielmehr erinnere man an NachbarInnen, MitschülerInnen, KollegInnen und FreundInnen, die ausgegrenzt und verfolgt wurden. Hinter jeder Zahl stünden Namen, hinter jedem Datum Menschen. Menschen mit Träumen, Hoffnungen und Ängsten.
Gemeinsam setzten die betroffenen Schülerinnen ein Zeichen und gaben den Opfern einen Namen. Mit jedem Stein, den sie zur Kerze legten, gedachten sie namentlich eines der vielen jüdischen Opfer, die direkt aus der Stadt Lichtenau stammten oder auf andere Weise mit dieser verbunden waren. Auch auf jüdischen Friedhöfen werden Steine auf die Grabsteine der Verstorbenen als symbolische Geste der Anteilnahme und des Gedenkens gelegt. Diese Tradition konnten auch die BesucherInnen der Gedenkveranstaltung im Anschluss fortsetzen. Mit von den Schülerinnen der Realschule vorbereiteten Steinen wurde der Verstorbenen auf dem Friedhof gedacht und der Gedanke weitergetragen, dass nie wieder Hass und Gleichgültigkeit in unsere Gesellschaft einziehe!
Fotos und Text: D. Könsgen