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Moritz-Cup 2015: Dat Ding is wieder zu Hause!!!

Letzten Freitag kam ich zur Schule und auf meinem Platz lag die Einladung zum traditionellen Moritz-Cup des Mauritius-Gymnasiums Büren für 2015. „Schön“, dachte ich, aber als ich das Datum sah, wurde mir etwas anders: Freitag der 13.!!! DAS Unglücksdatum schlechthin und außerdem nur noch eine Woche Zeit, Kader und Fahrmöglichkeit zu organisieren. Schnell wurde die Zustimmung der Chefin geholt und Frau Piepenbrock organisierte den „bunten Hund“ der Stadt Lichtenau. Danke dafür an alle Beteiligten, insbesondere auch der Stadt, die uns den Bulli umsonst lieh! Lediglich die Spritkosten musste unsere Schule übernehmen.

Den Kader setzte ich aus je 4 Schülern der beiden 6er Klassen zusammen. Alle 8 erschienen pünktlich und wir jagten auf der Autobahn (Ortsdurchfahrt Husen gesperrt L)Richtung Büren.

Gespräche während der Fahrt ließen mich zu dem Schluss kommen, dass der (selbstverständliche) Sieg beim Turnier nur ein kleiner Zwischenschritt in Richtung einer sehr wahrscheinlichen Weltmeisterschaft für Orientierungsstufen sein würde. ;-)

In Büren angekommen, wurden wir aber gleich in der ersten Minute des ersten Spiels auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ein Abspielfehler aus dem eigenen Schusskreis heraus führte zum 1:0 für die erste Mannschaft der Sekundarstufe Fürstenberg. In meinem Kopf spielten sich schlimme Szenen inklusive hoher Niederlagen ab; ich konnte ja zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass dies der einzige aus dem Spiel heraus erzielte Gegentreffer bleiben sollte. So langsam spielte sich die Mannschaft ein, erspielte sich auch kleinere Torchancen, aber als der Schiedsrichter nach 10 Minuten abpfiff, hatte das Ergebnis aus der ersten Minute leider noch Bestand. Der Auftakt war also erstmal gründlich in die Hose gegangen und die angestrebte „Weltherrschaft“ (bitte nicht falsch verstehen ;-) ) in weite Ferne gerückt.

Im zweiten Spiel gegen die erste Mannschaft des Liebfrauen-Gymnasiums Büren entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel ohne große Höhepunkte und dementsprechend ging das Spiel 0:0 aus. Ein sehr wichtiger Punkt, wie sich später herausstellen sollte. Nach diesem Spiel rückte ich von meiner bewährten Taktik ab, die Spieler selbst über Aufstellung sowie Ein- und Auswechslungen entscheiden zu lassen. Die 5 Starter hatten nämlich total vergessen, sich auch mal auswechseln zu lassen …

Aus diesem Grund spielten die drei Spieler (Joshua, Marc und Rasim), die im zweiten Spiel komplett hatten zusehen müssen, im dritten Gruppenspiel gegen das Mauritius-Gymnasium II zunächst an und ich übernahm die Verantwortung über Ein- und Auswechslungen. Aufgrund der Konstellation in der Gruppe war vor dem Spiel klar, dass wir gewinnen mussten, um als Gruppenzweiter das Halbfinale zu erreichen. Marc Hartmann gelang dann auch schließlich unser erstes Turniertor, dem Florian Mathia und Mika Petersen zwei weitere folgen ließen.

Damit war das Überstehen der Gruppenphase also gesichert und, noch wichtiger, ich hatte endlich meine „Stammfünf“ im Kopf.

Diese startete im Halbfinale gegen den Gruppensieger der anderen Gruppe (Mauritius-Gymnasium I), das Wechseln klappte inzwischen und nach einem Spiel ohne große Höhepunkte hüben wie drüben stand es nach 12 Minuten (die K.O.-Spiele waren um 2 Minuten verlängert worden) 0:0 => Siebenmeterschießen. 3 Spieler verzichteten, so dass die 5 Schützen ziemlich schnell gefunden waren. Nach 5 Schützen stand es 3:3, für uns hatten Joshua, Florian und Matteo getroffen. Nun ging es im 1-1 Duell weiter, Rasim verwandelte sicher und der Mauritianer verschoss => FINALE!!!

Dort kam es zu einer Wiederauflage unseres ersten Gruppenspiels gegen die Sekundarschule Fürstenberg I. Aus meiner Sicht waren dies auch die besten Mannschaften des Turniers. Ich konnte also nicht mehr verlieren, entweder gewann mein Team oder mein Heimatort … ;-)

Ich war mir ziemlich sicher, dass wir trotz der Niederlage im ersten Spiel eine Chance hatten, da sich unsere Mannschaft inzwischen spielerisch und kämpferisch eingespielt hatte und dementsprechend zuversichtlich gingen wir alle in die Partie. Leider meldete Marc vor dem Spiel Schmerzen im Bein nach einem Zusammenprall im Halbfinale an und auch Rasim war aufgrund einer kleinen Verletzung nicht böse darum, nicht eingesetzt zu werden. Für dieses wichtige Spiel blieb mir also exakt ein Auswechselspieler, ob das gutgehen konnte … ?

Wir starteten gut, hatten die ersten zwei klareren Chancen und ließen bis kurz vor Schluss auch hinten nichts zu. Dann legte unser Gegner nochmal nach, traf einmal den Pfosten und hatte eine Minute vor Schluss die Riesenchance, als einer seiner Stürmer unser verwaistes Tor nicht traf. Puuuh, durchschnaufen, das wäre es gewesen, den Ausgleich hätten wir wahrscheinlich nicht mehr geschafft. So kam es, wie es kommen musste: 0:0 => Siebenmeterschießen!

Auch dieses Mal waren die Schützen schnell gefunden und nach 4 Siebenmetern hatten wir zweimal (Lars und Rasim) getroffen, Fürstenberg aber nur einmal. Von den drei Verschossenen hatte unser Torwart Maurice einen mit einer sensationellen Reaktion gehalten. Matteo hatte nun also die Möglichkeit, mit einem verwandelten Siebenmeter das Turnier für uns zu gewinnen. Einige meiner Spieler vermochten gar nicht hinzuschauen; Anlauf – Schuss – TOOOOOOOOOOOOR!!!!!! 4 Jahre nach dem letzten Triumph im Jahre 2011 mit einigen unserer heutigen 10er steht der Wanderpokal endlich wieder da, wo er hingehört. Der Jubel war grenzenlos, die leuchtenden Augen und der Stolz (nicht nur) der Spieler nach solch einem Sieg sind einfach unbezahlbar. Für einen Tag waren Mathe, Deutsch, Englisch und Co mal vergessen und man reckte mit Stolz den Pokal für unsere Schule in die Luft. Zu einer Schule gehören eben nicht nur Unterrichtsfächer und die Jagd auf gute Noten.

Dritter wurde das zweite Team der Sekundarschule Fürstenberg durch einen 2:0-Sieg gegen unseren Halbfinalgegner.

Auf der Rückfahrt aufkommende Gespräche über die angestrebte „Weltherrschaft“ ließ ich einfach unkommentiert über mich ergehen. ;-)

Das Auftreten der Schüler auf dem und außerhalb des Spielfeldes war vorbildlich. Herzlichen Dank dafür, ihr könnt stolz auf das Erreichte sein! Ich bin auch stolz auf euch!

Ein herzlicher Dank geht an die Schiedsrichter, die alles im Griff hatten. Bedanken möchte ich mich weiterhin für Kaffee und Brötchen, wie immer vom Veranstalter lecker zur Verfügung gestellt.

Kritisch anzumerken bleibt, dass in diesem Jahr nur 7 Mannschaften aus 4 Schulen teilnahmen. Gründe konnten mir die zuständigen Lehrer des Mauris auch nicht mitteilen. Sie waren aber auch sehr traurig über den Rückgang der Anzahl der Mannschaften. Bei unserer ersten Teilnahme im Jahre 2010 hatten noch 12 Mannschaften teilgenommen. Hoffentlich bleibt uns dieses Traditionsturnier noch lange erhalten. Gerade in Zeiten zunehmender Chancenlosigkeit bei den Kreismeisterschaften gegen Sportschulen wie das Reismann-Gymnasium oder die Lise-Meitner-Realschule aus Paderborn freuen sich kleinere Schulen wie unsere über die Teilnahme an Turnieren, bei denen sie auch eine realistische Gewinnchance haben.

Ach ja: Der im ersten Abschnitt angesprochene Freitag, der 13. hat für mich endgültig an Schrecken verloren … J

moritzcup2015

Unsere Mannschaft spielte mit: Maurice Lücke (TW), Florian Mathia (1 Tor), Lars Münstermann, Rasim Osmani (alle 6b), Matteo Aktan, Marc Hartmann (1 Tor), Mika Petersen (1 Tor) und Joshua Grote (alle 6a), Trainer: Michael Herbst